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Hightech-Recycling im Herzen des Berner Oberlands

Batrec Industrie AG, eine Tochterfirma von Veolia Umweltservice, nimmt die weltweit erste Recyclinganlage zur Behandlung von Katalysatoren und Reaktivierung von Aktivkohlefilter in Betrieb.

Das Recycling von Sonderabfällen, die Quecksilber enthalten, muss höchsten Sicherheits- und Umweltstandards genügen. Nur so können Mensch und Umwelt dauerhaft vor den toxischen Wirkungen von Quecksilber und quecksilberhaltigen Stoffen geschützt werden. Auch wenn heute der Einsatz in der industriellen Produktion stark rückläufig ist, findet sich Quecksilber immer noch in bestimmten Mess- und Prüfinstrumenten, Batterien, Energiesparlampen oder Dentalamalgam. Die Batrec Industrie AG, die zur international tätigen Veolia Propreté (in der Schweiz: Veolia Umweltservice) gehört, ist eine Pionierin in der Verarbeitung von verbrauchten Batterien und anderen Abfällen, die Quecksilber enthalten. Aufbauend auf diesem Fachwissen und einer über 20jährigen Erfahrung hat sich das Unternehmen zu einem weltweit anerkannten Kompetenzzentrum für den verantwortungsbewussten Umgang und die Wiederverwertung von quecksilberhaltigen Sonderabfällen entwickelt. Mit den Investitionen im Berner Oberland ist Batrec derzeit das einzige Unternehmen, das einen geschlossenen Recyclingkreislauf für Katalysatoren und Aktivkohlen anbieten kann, die Quecksilber enthalten.

Vom Abfall zum Wertstoff
Am Standort in Wimmis haben Batrec und Veolia Propreté 12 Millionen Franken in die Entwicklung einer technisch bahnbrechenden Recyclinganlage investiert. Diese kann das Quecksilber von gebrauchten industriellen Katalysatoren und Aktivkohlen isolieren und in 99,99 % reiner, flüssiger Form zurückgewinnen. Die behandelten Katalysatoren werden dem Metallrecycling zugeteilt. Die reaktivierte Aktivkohle kann erneut zur Absorption eingesetzt werden.

«Batrec ist weltweit das erste Unternehmen, das in einem Nischenmarkt wie dem Recycling von Katalysatoren und Aktivkohlen eine innovative und beispielhafte Lösung anbieten kann, um - im Sinne einer echten industriellen Ökologie - das Quecksilber zurückzugewinnen und gleichzeitig Sonderabfälle wieder zu verwerten», sagt François Parot, Direktor Sonderabfälle von Veolia Umweltservice.

Erdgasförderung und reinigen von verschmutztem Abwasser
Die Förderung von Erdgas macht den Einsatz von Katalysatoren nötig. Denn Erdgas enthält in seinem natürlichen Zustand 2 bis 800 ppb (Teile pro Milliarde) Quecksilber, das mit speziellen Katalysatoren entfernt wird. Zusätzlich zur Gefährdung der Gesundheit führt Quecksilber auch zu Korrosion in den Förder- und Produktionsanlagen von Erdgas. Nach 6 bis 9 Monaten sind diese Katalysatoren - kleine Keramikkugeln auf der Basis von Nickel, Zink, Kupfer, Edelmetallen etc. - gesättigt und müssen ausgetauscht werden.

Aktivkohlefilter erlauben es, verschmutztes Wasser sowie Abgase zu reinigen. Bei Aktivkohle handelt es sich um Granulat oder leichtes, schwarzes Pulver, das hauptsächlich aus kohlenstoffhaltigem Material mit mikroporöser Struktur besteht. Aktivkohle verfügt über eine grosse spezifische Oberfläche, was ihr ein hohes Absorptionsvermögen verleiht.

Die neue Anlage in Wimmis verfügt über eine Kapazität von insgesamt 4'000 Tonnen und kann damit jährlich bis zu 1'000 Tonnen Katalysatoren und 3'000 Tonnen Aktivkohle. Sie ist damit ein wichtiges Standbein für die weitere positive Entwicklung der Batrec Industrie AG.

Gutes Beispiel für industrielle Ökologie
«Zu unseren Kunden gehören Unternehmen, die Katalysatoren für die Erdgasreinigung herstellen», erklärt François Parot.

«In einem vollständigen Kreislauf nehmen diese Firmen die Katalysatoren nach dem Gebrauch zurück und leiten sie weiter zu Batrec. Wir reinigen sie, konzentrieren das Quecksilber, um so die Metalle der Katalysatoren wieder zu verwerten. Die sauberen Katalysatoren und die entzogenen Metalle gehen an den Industriestandort unserer Kunden zurück.»

«Wir suchen stets nach innovativen Lösungen im Umgang mit Sonderabfällen», stellt François Parot fest. «Dieses Recyclingverfahren in Verbindung mit einem geschlossenen Kreislauf ist beispielhaft. Es schränkt die Auswirkungen auf unsere Umwelt so weit wie möglich ein und erlaubt es gleichzeitig, Sonderabfälle in Form neuer Ressourcen wieder zu verwerten und sie in den Kreislauf der industriellen Produktion zurück zu führen.»